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Coach-Website: Die «Über mich»-Seite, die Erstgespräche auslöst

Viele Coaches verlieren Erstgespräche wegen einer schwachen «Über mich»-Seite. So bauen Sie diese Seite Schritt für Schritt richtig auf.

Coach-Website: Die «Über mich»-Seite, die Erstgespräche auslöst

Die meisten Besucher:innen einer Coach-Website schauen sich zuerst die Startseite an – und landen dann direkt auf der «Über mich»-Seite. Genau dort entscheiden sie, ob sie ein Erstgespräch buchen oder die Seite für immer schliessen. Trotzdem ist die «Über mich»-Seite bei den meisten Coaches entweder ein Lebenslauf-Dump oder eine Ansammlung von Adjektiven wie «leidenschaftlich», «ganzheitlich» und «auf Augenhöhe». Das überzeugt niemanden.

Dieser Artikel zeigt, wie Sie die «Über mich»-Seite so strukturieren, dass sie konkret Erstgespräche generiert – ohne Eigenlob und ohne leere Versprechen.

Warum die «Über mich»-Seite so entscheidend ist

Wer einen Coach bucht, kauft keine Software. Er oder sie kauft eine Beziehung, Vertrauen und die Überzeugung, dass die andere Person versteht, wo der Schuh drückt. Das bedeutet: Die «Über mich»-Seite muss Nähe erzeugen, nicht Imponieren.

Der häufigste Fehler ist, die Seite aus der eigenen Perspektive zu schreiben: «Ich habe 15 Jahre Erfahrung», «Ich bin zertifiziert nach XYZ». Das klingt nach Bewerbungsschreiben, nicht nach einem Gespräch. Potenzielle Klient:innen fragen sich aber: «Bist du die richtige Person für mein Problem?»

Die fünf Bausteine einer wirksamen «Über mich»-Seite

1. Einstieg mit dem Problem der Klient:in – nicht mit sich selbst

Beginnen Sie nicht mit «Ich heisse Claudia Meier und bin Business-Coach». Beginnen Sie stattdessen mit einer kurzen, treffenden Beschreibung der Situation, in der Ihre Wunschklient:in steckt:

«Sie führen Ihr Unternehmen seit Jahren erfolgreich – und merken trotzdem, dass Sie abends erschöpft sind und keine klare Richtung mehr spüren.»

Das erzeugt sofort Resonanz. Wer sich angesprochen fühlt, liest weiter.

2. Die Brücke: Von «Ich kenne das» zu «Deshalb tue ich das»

Erzählen Sie, warum Sie Coach geworden sind – aber nur den Teil, der direkt mit dem Problem Ihrer Klient:innen zusammenhängt. Ein kurzer, ehrlicher Satz zur eigenen Geschichte schafft mehr Vertrauen als drei Absätze mit Ausbildungsdetails.

Beispiel: «Ich war selber Führungskraft in einem KMU und weiss, wie einsam es sich anfühlt, wenn man Entscheidungen alleine treffen muss.»

Diese Brücke muss kurz sein – zwei bis vier Sätze genügen.

3. Methode und Arbeitsweise – konkret, nicht esoterisch

Viele Coaches schreiben «Ich arbeite systemisch und ressourcenorientiert». Das sagt Aussenstehenden gar nichts. Besser: Beschreiben Sie in einem Satz, wie ein typisches Erstgespräch oder eine typische Session bei Ihnen abläuft.

«In unseren Sessions arbeiten wir mit konkreten Situationen aus Ihrem Alltag – nicht mit Theorien. Am Ende jedes Gesprächs haben Sie eine klare nächste Handlung.»

Das setzt Erwartungen und filtert gleichzeitig die richtigen Klient:innen heraus – was auf lange Sicht Zeit spart.

4. Vertrauenssignale – sparsam und spezifisch

Zertifikate, Ausbildungen und Mitgliedschaften gehören auf die Seite – aber ans Ende, nicht an den Anfang. Ergänzen Sie diese mit konkreten Angaben:

  • Wie viele Klient:innen haben Sie begleitet? («Über 80 Einzelpersonen und Teams seit 2019»)
  • In welchen Branchen oder Lebenssituationen? («Hauptsächlich Führungskräfte in Schweizer KMU»)
  • Wo sind Sie tätig? (Präsenz in Zürich, Bern oder online – wichtig für lokale Suchen auf .ch)

Vermeiden Sie generische Logos von Ausbildungsinstituten, wenn Sie dazu keinen erklärenden Satz schreiben können.

5. Ein klares, druckfreies Call-to-Action

Am Schluss der «Über mich»-Seite braucht es eine Handlungsaufforderung – aber keine aggressive. Coaches arbeiten mit Vertrauen, also sollte auch der CTA das widerspiegeln:

«Wenn Sie neugierig sind, ob meine Arbeitsweise zu Ihnen passt, buchen Sie ein kostenloses 30-minütiges Erstgespräch. Keine Verpflichtung, kein Verkaufsgespräch.»

Ein direkter Link zum kostenlosen Erstgespräch senkt die Hemmschwelle massiv.

Was auf die «Über mich»-Seite nicht gehört

WeglassenWarum
Vollständiger LebenslaufWirkt wie Bewerbung, nicht wie Einladung
Buzzwords wie «ganzheitlich», «auf Augenhöhe»Bedeutungslos, weil alle sie verwenden
Fotos in Businesskleidung vor weisser WandErzeugen Distanz statt Nähe
Mehr als 2–3 Zertifikate ohne ErklärungVerwirrt statt überzeugt
Lange Textwände ohne StrukturWerden nicht gelesen

Foto und Design: Der erste Eindruck zählt

Ein professionelles, natürlich wirkendes Foto ist Pflicht – aber es muss nicht teuer sein. Wichtiger als das Budget ist die Wirkung: Lächeln Sie, schauen Sie in die Kamera, und wählen Sie einen Hintergrund, der zu Ihrer Arbeitsweise passt. Wer in der Natur coacht, kann im Park fotografiert werden. Wer primär online arbeitet, kann ein helles Homeoffice wählen.

Auf der Seite selbst helfen kurze Absätze, Weissraum und klare Hierarchien. Gute Websites für Coaches setzen auf eine ruhige Typografie und vermeiden visuelle Überladung, die vom eigentlichen Inhalt ablenkt.

Technischer Hinweis für Schweizer Coaches

Wenn Sie Klient:innen in der Deutschschweiz ansprechen, achten Sie auf:

  • Sprache: Schweizer Hochdeutsch ohne «ß», klarer Ausdruck ohne Worthülsen
  • Domain: Eine .ch-Domain stärkt das Vertrauen und die lokale Sichtbarkeit in Google
  • Datenschutz: Auf der Kontaktseite muss ein Hinweis zur Datenbearbeitung gemäss revDSG stehen
  • Preise: Falls Sie Pakete nennen, immer mit MWST-Hinweis (8.1% für Coaching-Dienstleistungen, sofern steuerpflichtig – prüfen Sie das mit Ihrer Treuhänderin)

Wenn Sie sich fragen, was eine professionelle Coach-Website kostet, finden Sie eine Übersicht auf der Seite Preise & Pakete von FruchtDigital.

Auf einen Blick

Die «Über mich»-Seite ist keine Selbstpräsentation – sie ist eine Einladung. Sie funktioniert dann, wenn sie mit dem Problem der Klient:in beginnt, ehrlich über die eigene Geschichte spricht und mit einem konkreten, druckfreien nächsten Schritt endet. Wer diese Seite richtig aufbaut, merkt es an einer simplen Kennzahl: mehr Erstgespräch-Anfragen, ohne dass man die Startseite anfassen muss.

Einen Überblick darüber, was eine vollständige Coach-Website leisten muss, finden Sie auf der Startseite FruchtDigital – dort ist auch beschrieben, wie FruchtDigital typischerweise mit Coaches arbeitet.

Häufige Fragen

Wie lang sollte die «Über mich»-Seite einer Coach-Website sein?

Erfahrungsgemäss reichen 300 bis 500 Wörter, wenn der Text gut strukturiert ist. Wichtiger als die Länge ist die Abfolge: zuerst das Problem der Klient:in, dann die eigene Geschichte und Methode, zum Schluss ein klarer nächster Schritt. Lange Texte werden selten vollständig gelesen, kurze jedoch nur dann, wenn sie präzise formuliert sind.

Welches Foto passt am besten auf die «Über mich»-Seite eines Coaches?

Am wirkungsvollsten sind natürliche Porträts, bei denen die Person direkt in die Kamera schaut und lächelt. Der Hintergrund sollte zur Arbeitsweise passen – ein ruhiger Raum oder ein Aussenbereich wirken sympathischer als ein weisses Studio-Setting. Mindestens ein Foto sollte gross genug sein, um Mimik und Ausdruck zu erkennen.

Sollte ein Coach die eigenen Preise auf der «Über mich»-Seite nennen?

Die «Über mich»-Seite ist nicht der ideale Ort für Preise – das lenkt vom Vertrauensaufbau ab. Besser ist es, Preise auf einer eigenen Seite oder im Bereich «Angebote» zu platzieren und von der «Über mich»-Seite dorthin zu verlinken. Falls Sie MWST-pflichtig sind, müssen Preisangaben in der Schweiz immer den Steuerhinweis enthalten.

Wie viele Zertifikate sollte ein Coach auf der Website angeben?

Zwei bis drei relevante Ausbildungen oder Zertifikate genügen. Wichtiger als die Anzahl ist, dass Sie kurz erklären, was die jeweilige Ausbildung bedeutet und warum sie für Ihre Klient:innen relevant ist. Eine lange Liste ohne Kontext wirkt unübersichtlich und signalisiert Unsicherheit statt Kompetenz.

Was ist der Unterschied zwischen einer «Über mich»-Seite und einer Über-Seite mit Team?

Einzelcoaches brauchen eine persönliche «Über mich»-Seite, die Nähe erzeugt und die eigene Geschichte erzählt. Wer im Team arbeitet, kann eine Teamseite ergänzen, sollte jedoch trotzdem eine individuelle Beschreibung der Gründerin oder des Gründers führen. Besucher:innen buchen in der Regel eine bestimmte Person, nicht eine anonyme Organisation.

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