Coach-Website: About-Seite, die Erstgespräche auslöst
Die About-Seite entscheidet, ob Besucher ein Erstgespräch buchen. So bauen Schweizer Coaches eine Über-mich-Seite, die Vertrauen schafft.
Die meisten Coach-Websites verlieren potenzielle Klienten nicht auf der Startseite — sondern auf der About-Seite. Genau dort suchen Besucher nach dem entscheidenden Signal: "Ist das die richtige Person für mich?" Wer hier nur einen Lebenslauf auflistet, verpasst eine der wenigen Seiten, die wirklich konvertieren.
Warum die About-Seite so unterschätzt wird
Analyse-Daten zeigen konsistent: Die About-Seite ist auf den meisten Coach-Websites die zweit- oder drittmeistbesuchte Unterseite — direkt nach der Startseite. Trotzdem wird sie oft als Nachgedanke behandelt: ein Foto, ein paar Zeilen Werdegang, vielleicht eine Liste mit Zertifikaten.
Das Problem ist strukturell. Coaches beschreiben sich selbst, anstatt zu beantworten, was der Besucher wissen möchte. Die About-Seite sollte keine Selbstdarstellung sein, sondern eine Antwort auf die Frage: "Warum soll ich dir vertrauen — und warum bist du die Richtige für mein spezifisches Problem?"
Der häufigste Fehler: Chronologie statt Relevanz
Ein typischer Aufbau sieht so aus:
- Studium Psychologie, Universität Bern
- MAS-Zertifikat in Coaching, 2019
- Seither selbständig als Life-Coach
Das ist korrekt — aber für den Besucher bedeutungslos. Er weiss nicht, ob du mit Führungskräften arbeitest oder mit Eltern im Burnout. Er weiss nicht, warum du Coaching machst. Und er weiss nicht, ob du ihn verstehst.
Relevanz entsteht durch Selektion, nicht durch Vollständigkeit. Wähle aus deinem Werdegang nur die Stationen, die direkt erklären, warum du für deine Zielgruppe die richtige Ansprechperson bist. Alles andere gehört — wenn überhaupt — ans Ende der Seite.
Eine Struktur, die funktioniert
1. Einstieg mit Positionierung (nicht mit "Hallo, ich bin …")
Beginne mit einer Aussage, die sofort klar macht, für wen du arbeitest und welches Problem du löst. Beispiel:
"Ich begleite Führungskräfte in der Deutschschweiz, die nach einer langen Karriere merken, dass der nächste Schritt nicht der erwartete ist."
Das ist kein Slogan — es ist eine Selektion. Wer sich nicht angesprochen fühlt, soll weiterscrollen. Wer sich wiederfindet, liest weiter.
2. Dein "Warum" — kurz und konkret
Erkläre in zwei bis drei Sätzen, warum du Coaching machst. Nicht aus dem Lehrbuch, sondern aus deiner eigenen Geschichte. Das kann ein eigener Wendepunkt sein, eine Beobachtung aus früheren Berufen oder eine Erfahrung, die deine Methode geprägt hat.
Wichtig: Kein Drama, kein "Ich hatte auch mal einen Burnout, deshalb …" als Klischee. Sondern eine echte, spezifische Erfahrung, die deine Perspektive erklärt.
3. Was du konkret anbietest (mit Bezug zur Zielgruppe)
Viele Coaches beschreiben ihre Methode ("systemisches Coaching", "lösungsorientierter Ansatz") — aber nicht, was das für den Klienten bedeutet. Übersetze es:
| Methode | Was das für den Klienten heisst |
|---|---|
| Systemisches Coaching | Du bearbeitest nicht nur Symptome, sondern das Umfeld, das sie erzeugt |
| Lösungsorientierter Ansatz | Wir arbeiten vorwärts — nicht monatelang rückwärts |
| Körperorientierte Methoden | Du lernst, Stressmuster frühzeitig zu erkennen — nicht erst im Kollaps |
Das schafft Klarheit ohne Fachjargon.
4. Glaubwürdigkeit durch Kontext, nicht durch Auflistung
Zertifikate aufzulisten genügt nicht. Besser: Erkläre kurz, was diese Ausbildung dir gebracht hat und warum du sie gewählt hast. "Ich habe mein MAS an der ZHAW abgeschlossen, weil mir wissenschaftliche Fundierung wichtig ist — und weil ich selbst gemerkt habe, wie viel Schaden unseriöses Coaching anrichten kann."
Das ist ehrlich, differenziert und baut Vertrauen schneller auf als jede Zertifikatsliste.
5. Ein klarer nächster Schritt
Die About-Seite braucht einen Call-to-Action — aber keinen generischen. Nicht "Kontaktiere mich", sondern etwas wie:
"Wenn du erkennst, dass du dich in meiner Arbeit wiederfindest, buche hier ein kostenloses Erstgespräch von 30 Minuten. Ohne Verpflichtung, ohne Verkaufsgespräch."
Das nimmt die Hemmschwelle weg. Viele potenzielle Klienten zögern nicht wegen mangelndem Interesse, sondern weil sie nicht wissen, was als nächstes passiert.
Was auf der About-Seite nichts verloren hat
- Lange Auflistungen von Seminaren und Weiterbildungen ohne Kontext
- Allgemeine Aussagen ("Ich liebe es, Menschen zu helfen")
- Stock-Fotos oder Bilder aus dem Urlaubsalbum
- Drei verschiedene Schriftgrössen und fünf Farben
- Ein eingebettetes LinkedIn-Badge, das mobil nicht lädt
Ein professionelles Foto in einem ruhigen Setting, ein klarer Text und ein einziger CTA sind mehr wert als eine vollgestopfte Seite.
Technische Punkte, die Coaches oft vergessen
Auf einer Websites für Coaches sehen wir regelmässig dieselben technischen Lücken auf About-Seiten:
- Kein alt-Text auf dem Profilfoto (schadet der SEO und der Barrierefreiheit)
- Kein strukturiertes Datum oder lokale Angabe — Google weiss nicht, wo du tätig bist
- Mobile Darstellung nicht geprüft — der Text bricht ab oder das Foto verdeckt den CTA
- Ladezeit über 4 Sekunden wegen unkomprimierter Bilder
Diese Punkte kosten keine Klienten im direkten Sinn — aber sie kosten Vertrauen, bevor der Besucher überhaupt liest.
Fazit
Die About-Seite ist keine Pflichtübung, sondern das Herzstück deiner Coach-Website. Sie entscheidet, ob jemand das Erstgespräch bucht oder die Seite schliesst. Eine klare Positionierung, ein echtes "Warum", die Übersetzung deiner Methode in Klienten-Nutzen und ein konkreter nächster Schritt — das sind die vier Elemente, die wirken.
Wenn du unsicher bist, wie deine About-Seite derzeit auf Besucher wirkt, lohnt sich ein kurzes kostenloses Erstgespräch buchen — wir schauen sie gemeinsam an und sagen dir direkt, was fehlt.
Mehr dazu, was eine Coach-Website als Ganzes kosten sollte und welche Pakete sich für Selbständige eignen, findest du auf unserer Seite zu Preisen & Paketen von FruchtDigital.
Häufige Fragen
Wie lang sollte die About-Seite einer Coach-Website sein?
Eine About-Seite funktioniert am besten mit 300 bis 500 Wörtern — genug, um Vertrauen aufzubauen, aber kurz genug, damit Besucher sie tatsächlich lesen. Wichtiger als die Länge ist die Struktur: Positionierung am Anfang, konkreter Call-to-Action am Ende. Lange Lebensläufe oder ausgedehnte Methodenbeschreibungen gehören auf separate Unterseiten.
Welches Foto eignet sich am besten für eine Coach-About-Seite?
Ein professionelles Porträt in natürlichem Licht, das dich in einem ruhigen, authentischen Umfeld zeigt, wirkt am besten. Kein gestapeltes Lächeln vor einem weissen Hintergrund und keine Konferenzfotos mit Namensschildern. Besucher entscheiden innerhalb von Sekunden, ob sie dir vertrauen — das Foto ist ein zentraler Faktor dabei. Ein gutes Foto lässt sich auch für LinkedIn und andere Plattformen nutzen.
Soll ich auf der About-Seite alle Zertifikate aufführen?
Nein — zumindest nicht unkommentiert. Eine vollständige Auflistung wirkt wie ein CV und schafft kaum Vertrauen. Besser ist es, ein bis zwei Ausbildungen mit einem kurzen Satz zu kontextualisieren: Warum hast du sie gemacht, und was bringt das deinen Klienten? Weitere Nachweise können in einem ausklappbaren Bereich oder am Seitenende ergänzt werden.
Wie formuliere ich einen Call-to-Action auf der About-Seite, der nicht aufdringlich wirkt?
Indem du den nächsten Schritt konkret beschreibst und die Erwartung klar setzt. Sätze wie "kostenloses Gespräch von 30 Minuten, ohne Verpflichtung" nehmen die Hemmschwelle weg. Vermeide Druck-Formulierungen wie "Jetzt nicht zögern" oder "Nur noch wenige Plätze frei". Klienten im Coaching-Kontext reagieren auf Klarheit und Sicherheit — nicht auf Verkaufstaktiken.
Brauche ich auf der About-Seite SEO-Texte mit Keywords?
Ja, aber dezent. Nenne deine Spezialisierung, deine Zielgruppe und deinen Standort in natürlicher Sprache — zum Beispiel "Business-Coach in Zürich für Führungskräfte". Das hilft Google zu verstehen, für wen deine Seite relevant ist, ohne den Text künstlich wirken zu lassen. Übermässige Keyword-Wiederholungen schaden der Lesbarkeit und werden von Suchmaschinen inzwischen erkannt.
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