Coach-Website: Angebotsseite, die Erstgespräche auslöst
Wie du als Coach deine Angebotsseite so aufbaust, dass Besucher:innen das Erstgespräch buchen – mit konkreter Struktur und Schweizer Praxisbeispielen.
Viele Coaches haben eine Startseite und eine About-Seite – aber die Angebotsseite bleibt eine Aufzählung von Paketnamen und Stundensätzen. Das ist die Seite, auf der Besucher:innen entscheiden, ob sie das Erstgespräch buchen oder wegklicken. Wenn sie wegklicken, ist alles andere egal.
Dieser Artikel zeigt dir, wie du deine Angebotsseite so strukturierst, dass sie die Buchung aktiv vorbereitet – ohne Hochglanztexte, ohne aufgeblasene Versprechen.
Warum die Angebotsseite so oft versagt
Die häufigsten Fehler auf Coach-Angebotsseiten:
- Produktlogik statt Problemlogik: "3-Monats-Paket, 10 Sessions à 60 Minuten" sagt nichts darüber aus, wofür jemand das braucht.
- Fehlende Trennschärfe: Wenn drei Pakete angeboten werden, die sich nur im Preis unterscheiden, verwirrt das mehr als es hilft.
- Kein nächster Schritt: Die Seite endet mit einer Preistabelle, ohne klar zu sagen, was danach passiert.
- Preisangst: Entweder kein Preis (schreckt ab) oder ein Preis ohne Kontext (überfordert).
Das Ziel der Angebotsseite ist nicht, das Paket zu verkaufen. Das Ziel ist, das Erstgespräch zu verkaufen.
Die Grundstruktur, die funktioniert
1. Einstieg: Das Problem, nicht das Produkt
Beginne nicht mit "Ich biete Coaching in drei Paketen an." Beginne mit der Situation, in der sich deine Zielgruppe gerade befindet.
Beispiel: "Du bist seit zwei Jahren selbständig, das Geschäft läuft – aber du weisst nicht, wohin es sich entwickeln soll."
Drei bis vier Sätze reichen. Ziel: Die Leserin, der Leser soll nicken.
2. Was passiert im Coaching – konkret
Hier beschreibst du nicht die Methode, sondern den Prozess aus Kundensicht:
- Was passiert in der ersten Session?
- Wie oft treffen wir uns?
- Was macht die Person zwischen den Sessions?
- Was ist am Ende anders?
Keine Fachbegriffe, keine ICF-Zertifikatsnummern an dieser Stelle. Die kommen weiter unten.
3. Für wen – und für wen nicht
Das ist der Abschnitt, den die meisten Coaches weglassen, weil er sich seltsam anfühlt. Er ist aber entscheidend für die Qualität der Erstgespräche.
Beispiel:
Dieses Angebot passt gut, wenn du...
- Als Selbständige:r in der Schweiz arbeitest und zwischen 2 und 15 Mitarbeitenden führst
- Mindestens ein konkretes Thema mitbringst, an dem du arbeiten willst
- Bereit bist, zwischen den Sessions etwas auszuprobieren
Weniger geeignet, wenn...
- Du akut in einer Krise steckst und therapeutische Unterstützung brauchst
- Du erwartest, dass ich dir sage, was du tun sollst
Wer sich in der ersten Liste wiederfindet, bucht mit höherer Wahrscheinlichkeit. Wer sich ausgeschlossen fühlt, hätte ohnehin kein gutes Gespräch.
4. Preise – transparent, aber mit Kontext
In der Schweiz sind Coachingstunden in der Regel von der MWST befreit, sofern du keine gewerbliche Tätigkeit anmeldest – das hängt von deiner Situation ab, kläre das mit deiner Treuhänderin oder deinem Treuhänder.
Zeige einen Preis, aber platziere ihn nach dem Kontext:
"Eine Einzelsession kostet CHF 250. Das 4-Monats-Begleitung-Paket (10 Sessions inkl. E-Mail-Support) liegt bei CHF 2'200."
Dann direkt darunter: Was ist im Preis enthalten, was nicht.
Keine Preistabelle mit sechs Spalten. Zwei, maximal drei Optionen.
5. Qualifikationen und Vertrauen
Kurz, konkret, ohne Eigenlob:
- Ausbildung (Institution, Jahr)
- Relevante Berufserfahrung (z. B. "15 Jahre als Führungskraft in der Pharmaindustrie, bevor ich zum Coaching wechselte")
- Zahl der begleiteten Personen oder Stunden, wenn du sie hast
- Ein oder zwei kurze Zitate von früheren Klient:innen (mit Vor- und Nachname, wenn möglich)
Mehr nicht.
6. Der Aufruf zum Erstgespräch – klar und ohne Druck
Der letzte Abschnitt erklärt, was im Erstgespräch passiert:
- Wie lange dauert es? (z. B. 30 Minuten via Zoom)
- Was besprechen wir?
- Kostet es etwas? (die meisten Coaches: nein)
- Wie buche ich?
Dann ein einziger, deutlicher Button oder Link. Wenn du noch keine Buchungsseite hast: direkt auf ein Kontaktformular oder eine E-Mail-Adresse.
Ein Beispiel, wie du das formulieren kannst: Kostenloses Erstgespräch buchen
Technische Details, die oft vergessen gehen
URL: /angebot oder /coaching – keine kryptischen Varianten wie /p3-paket.
Seitenstruktur: Eine Angebotsseite pro Hauptzielgruppe, wenn du mehrere Zielgruppen coachst. Führungskräfte und Eltern in Teilzeit haben unterschiedliche Probleme – mische sie nicht auf einer Seite.
Mobile: Die meisten Besucher:innen lesen diese Seite auf dem Smartphone. Teste, ob der Buchungsbutton am Ende der Seite ohne Zoomen erreichbar ist.
Ladezeit: Eine .ch-Domain, gehostet in der Schweiz oder Deutschland, mit einem Bild (komprimiert) lädt in unter zwei Sekunden. Mehr als das kostet Conversions.
Vergleich: Angebotsseite vorher / nachher
| Element | Typische Coach-Seite | Optimierte Variante |
|---|---|---|
| Einstieg | "Meine Angebote" | Situation der Zielgruppe |
| Struktur | Paketnamen + Preise | Problem → Prozess → Preis |
| Zielgruppe | Alle | Klar benannte Gruppe |
| Preis | Versteckt oder isoliert | Mit Kontext und Leistungsumfang |
| Nächster Schritt | Kein oder unklar | Erstgespräch mit Erklärung |
Auf einen Blick
Die Angebotsseite ist die umsatzrelevanteste Seite deiner Coach-Website – wichtiger als die Startseite, weil Menschen sie gezielt aufsuchen, wenn sie schon fast entschieden haben, ob sie dich kontaktieren. Strukturiere sie nicht als Produktkatalog, sondern als Entscheidungshilfe: Wer bin ich, was passiert im Coaching, für wen ist es geeignet, was kostet es, und was ist der nächste Schritt?
Wenn du wissen willst, wie eine solche Seite technisch umgesetzt wird, findest du auf der Übersichtsseite für Coach-Websites konkrete Beispiele aus der Praxis. Und unter Preise & Pakete von FruchtDigital siehst du, was ein solches Projekt kostet.
Häufige Fragen
Wie viele Coaching-Pakete sollte ich auf meiner Website anbieten?
Zwei bis drei Optionen sind ideal. Bei mehr als drei Angeboten tritt der sogenannte Entscheidungsparadox-Effekt ein: Besucher:innen fühlen sich überfordert und buchen gar nichts. Eine klare Hauptoption und eine Alternative für kleineres Budget oder kürzere Begleitung reichen in den meisten Fällen vollständig aus.
Soll ich meinen Coaching-Preis auf der Website veröffentlichen?
Ja, zumindest einen Richtwert. Ohne Preisangabe buchen weniger Menschen ein Erstgespräch, weil die Hemmung zu gross ist, in ein Gespräch zu gehen, ohne zu wissen, ob man sich das Angebot überhaupt leisten kann. Ein Einstiegspreis oder eine Preisspanne ("ab CHF 200 pro Session") nimmt diese Unsicherheit weg, ohne den Verhandlungsspielraum vollständig zu entfernen.
Wie lang sollte eine Coach-Angebotsseite sein, damit sie gut konvertiert?
Es gibt keine feste Länge, aber eine Faustregel: So lang wie nötig, um alle relevanten Fragen zu beantworten – nicht länger. Für die meisten Coaches bedeutet das zwischen 600 und 1'000 Wörter auf der Seite selbst. Wichtiger als Länge ist die Reihenfolge: Problem, Prozess, Zielgruppe, Preis, nächster Schritt.
Was gehört in das kostenlose Erstgespräch, das ich auf der Website anbiete?
Ein gutes Erstgespräch dauert 20 bis 30 Minuten und hat drei Teile: kurzes Kennenlernen, Klärung der Ausgangssituation der anfragenden Person, und eine ehrliche Einschätzung, ob eine Zusammenarbeit sinnvoll ist. Das Erstgespräch ist keine kostenlose Beratungssession – du löst darin kein Problem, sondern prüfst gemeinsam, ob du die richtige Person bist.
Brauche ich für jede Coaching-Zielgruppe eine eigene Unterseite?
Wenn du zwei sehr unterschiedliche Zielgruppen coachst – etwa Führungskräfte und Einzelpersonen in Lebenskrisen – lohnt sich je eine eigene Angebotsseite. Die Probleme, die Sprache und die Erwartungen unterscheiden sich so stark, dass eine gemeinsame Seite beide Gruppen nur halb anspricht. Für eng verwandte Zielgruppen reicht eine Seite mit klar getrennten Abschnitten.
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