Pufferzeiten bei Online-Buchung: Warum Beauty-Salons sie brauchen
Pufferzeiten bei der Online-Buchung verhindern Chaos zwischen Terminen. So richtest du sie im Beauty-Salon korrekt ein – mit konkreten Beispielen.
Viele Beauty-Salons in der Schweiz schalten Online-Buchung frei, vergessen dabei aber eine kleine Einstellung, die grossen Unterschied macht: Pufferzeiten zwischen Terminen. Das Ergebnis ist ein Kalender, der auf dem Bildschirm sauber aussieht, in der Praxis aber dafür sorgt, dass der nächste Kunde bereits wartet, während du noch die Liege desinfizierst.
Was sind Pufferzeiten und warum fehlen sie so oft?
Eine Pufferzeit ist ein Block, den dein Buchungssystem automatisch nach (oder vor) jedem Termin reserviert – ohne dass ihn der Kunde sieht oder buchen kann. Er gehört dir: zum Aufräumen, Lüften, Notizen schreiben oder einfach kurz durchatmen.
Warum fehlen sie trotzdem so häufig? Weil die meisten Buchungstools diese Einstellung nicht im Onboarding-Wizard zeigen. Du richtest deinen ersten Service ein, gibst 60 Minuten an, und der Assistent fragt nie nach Vor- oder Nachbereitungszeit. Also geht es ohne.
Bis du nach der ersten vollen Woche merkst, dass zwischen 10:00 Uhr Shellac und 11:00 Uhr Wimpernlifting keine einzige Minute Luft ist.
Wie viel Pufferzeit brauchst du wirklich?
Das hängt vom Service ab. Hier eine realistische Übersicht für typische Leistungen in einem Schweizer Beauty-Salon:
| Service | Behandlungszeit | Empfohlene Pufferzeit |
|---|---|---|
| Shellac / Gelnägel | 60 min | 10–15 min |
| Wimpernlifting | 60–75 min | 15 min |
| Waxing (Beine) | 30–45 min | 10 min |
| Facial / Gesichtsbehandlung | 60 min | 15–20 min |
| Augenbrauen färben | 20 min | 5–10 min |
| Lash Extensions | 90–120 min | 20 min |
Wenn du Farbmittel oder Klebstoffe verwendest, ist eine grosszügigere Pufferzeit sinnvoll – nicht nur aus Hygienegründen, sondern auch, weil Reaktionszeiten bei empfindlichen Kunden manchmal länger dauern als geplant.
Pufferzeiten in gängigen Tools einrichten
Calendly
In Calendly findest du die Einstellung unter Event Types → Edit → [dein Service] → Additional Options → Buffer time. Du kannst eine Zeit vor und nach dem Termin wählen. Diese Zeit wird im öffentlichen Kalender nicht angezeigt – der nächste verfügbare Slot verschiebt sich automatisch nach hinten.
Acuity Scheduling / Squarespace Scheduling
Hier heisst die Einstellung "Padding time" und ist pro Appointment Type konfigurierbar. Gehe zu Appointment Types → Edit → Padding time. Auch hier kannst du Vor- und Nachzeit separat einstellen.
Fresha (früher Shedul)
Fresha ist in vielen Schweizer Salons beliebt. Die Pufferzeit heisst dort "Processing time" – gedacht für Zeiten, in denen du nichts tust, der Kunde aber noch da ist (z. B. Farbe einwirkt). Für reine Aufräumzeiten gibt es zusätzlich eine "Finish time". Beide findest du in den Service-Einstellungen.
SimplyBook.me
Unter Services → Edit → Timeframes kannst du eine "Break after" Zeit eintragen. Diese blockiert den nächsten Slot, ohne auf der Buchungsseite sichtbar zu sein.
Der häufigste Fehler: Eine Pufferzeit für alle Services
Viele Saloninhaberinnen richten einmalig eine globale Pufferzeit von 10 Minuten ein und belassen es dabei. Das Problem: Ein Waxing-Termin braucht andere Nachbereitungszeit als eine Lash-Extension-Behandlung. Wenn du bei Lash Extensions mit 20 Minuten Aufräumzeit rechnest, aber nur 10 Minuten eingestellt hast, startest du den nächsten Termin bereits gestresst.
Nimm dir einmal 30 Minuten Zeit und definiere für jeden einzelnen Service die passende Pufferzeit. Das zahlt sich aus – nicht nur für deinen Arbeitsalltag, sondern auch für die Qualität deiner Behandlungen.
Pufferzeit ≠ Pause
Ein wichtiger Unterschied: Pufferzeiten sind keine Pausen. Sie tauchen im System normalerweise als belegt auf, aber du kannst in dieser Zeit einen anderen Service manuell eintragen, Lieferungen annehmen oder telefonieren. Pausen – also feste Mittagspausen oder Kaffeepausen – musst du separat als Blockierzeit im Kalender eintragen.
Wer das vermischt, wundert sich, warum der Kalender nie Luft hat, obwohl doch überall Pufferzeiten drin sind.
Kommunikation gegenüber Kunden
Eine häufige Frage: Sollen Kunden wissen, dass du Pufferzeiten eingebaut hast? Nein, das ist nicht nötig. Kunden buchen einen Termin und sehen den nächsten verfügbaren Zeitslot. Was dazwischen passiert, ist deine betriebliche Entscheidung.
Was du kommunizieren kannst – und solltest – ist eine klare Absagepolitik. Wenn jemand 30 Minuten vor dem Termin absagt, verlierst du den Block mit Pufferzeit komplett. Eine Absagefrist von 24 oder 48 Stunden mit entsprechender Gebühr schützt dich davor. Viele Buchungstools erlauben es, bei der Buchung eine Kreditkarte oder eine Anzahlung via TWINT zu hinterlegen.
Wenn dein aktuelles Tool keine Pufferzeiten unterstützt
Dann ist das ein ernsthaftes Problem für den täglichen Betrieb. Nicht alle Buchungslösungen bieten diese Funktion – besonders ältere oder sehr einfache Tools. In diesem Fall lohnt sich ein Wechsel. Auf unserer Seite Websites für Beauty & Wellness zeigen wir, welche digitalen Grundlagen wir für Salons empfehlen und wie eine sinnvoll aufgebaute Buchungslösung aussieht.
Wer noch ganz am Anfang steht und nicht sicher ist, welches Setup zu seinem Salon passt, findet auf der Preise & Pakete von FruchtDigital Seite eine Übersicht, was technisch alles enthalten ist – damit du nicht von vorne anfangen musst, wenn das erste Tool nicht reicht.
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Auf einen Blick
- Pufferzeiten blockieren automatisch Zeit nach (oder vor) einem Termin, ohne dass Kunden sie sehen.
- Definiere die Pufferzeit pro Service, nicht global – die Anforderungen unterscheiden sich stark.
- In Tools wie Fresha, Acuity, Calendly und SimplyBook.me findest du die Einstellung unter verschiedenen Namen.
- Pufferzeiten ersetzen keine Pausen – diese müssen separat als Blockierzeit eingetragen werden.
- Kombiniere Pufferzeiten mit einer klaren Absagepolitik und Anzahlung, um Ausfälle abzufedern.
Ein Kalender, der dir Luft lässt, macht dich entspannter – und deine Kunden zufriedener. Das ist keine Kleinigkeit, das ist Betriebsführung. FruchtDigital unterstützt Salons dabei, genau diese Details von Anfang an richtig einzurichten.
Häufige Fragen
Wie viel Pufferzeit ist zwischen Terminen im Beauty-Salon sinnvoll?
Das hängt vom Service ab. Für kurze Behandlungen wie Augenbrauen färben reichen 5–10 Minuten, bei intensiveren Behandlungen wie Lash Extensions empfehlen sich 15–20 Minuten. Entscheidend sind Desinfektionsaufwand, verwendete Produkte und deine persönliche Arbeitsgeschwindigkeit. Es lohnt sich, die Pufferzeit pro Service einzeln zu definieren statt eine globale Zeit für alle Leistungen einzustellen.
Sehen Kunden die Pufferzeit im Online-Buchungskalender?
Nein. Pufferzeiten sind intern – Kunden sehen nur den nächsten verfügbaren Zeitslot, der durch die Pufferzeit automatisch nach hinten verschoben wird. Sie merken also nicht, dass du zwischen Terminen Zeit geblockt hast. Das ist gewollt: Es geht um deine betriebliche Planung, nicht um Information an den Kunden.
Was ist der Unterschied zwischen Pufferzeit und Processing Time in Fresha?
In Fresha bezeichnet "Processing Time" die Zeit, in der ein Kunde noch anwesend ist, aber nichts getan wird – etwa beim Einwirken von Farbe. "Finish Time" ist die Zeit nach dem Termin für Aufräumen und Vorbereitung. Beide sind getrennt konfigurierbar. Für echte Pufferzeiten zwischen Terminen nutzt du die Finish Time.
Kann ich bei Online-Buchungen eine Anzahlung per TWINT verlangen?
Das hängt vom Buchungstool ab. Einige Tools wie Fresha oder SimplyBook.me unterstützen Kreditkartenhinterlegung oder Vorauszahlungen. TWINT als direktes Zahlungsmittel bei der Buchung ist in Schweizer Tools zunehmend verfügbar, aber noch nicht überall. Eine Alternative ist eine manuelle Bestätigung mit TWINT-Zahlung per Link vor der Terminbestätigung.
Was passiert, wenn ein Kunde während der Pufferzeit spontan erscheint oder länger bleibt?
Die Pufferzeit gibt dir genau für solche Situationen Spielraum. Wenn ein Termin etwas länger dauert oder ein Kunde Fragen hat, frisst das nicht sofort in den nächsten Termin. Ohne Pufferzeit hat man diese Flexibilität nicht und gerät bei kleinen Abweichungen sofort unter Druck – was sich negativ auf die Qualität der nachfolgenden Behandlung auswirkt.
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