Stornierungsregeln bei Online-Buchung: Beauty-Salons richtig absichern
Klare Stornierungsregeln schützen deinen Beauty-Salon vor Ausfällen. So formulierst du sie rechtssicher, kommunizierst sie sauber und setzt sie durch.
Ein leerer Stuhl um 14 Uhr, weil die Kundin ohne Wort nicht erschienen ist — das kostet nicht nur Umsatz, sondern auch die Zeit, die du hättest weitervergeben können. Viele Beauty-Studios in der Schweiz haben zwar ein Online-Buchungssystem eingerichtet, aber keine durchdachten Stornierungsregeln hinterlegt. Das ist ein teurer blinder Fleck.
Warum fehlende Stornierungsregeln mehr kosten als du denkst
Ein No-Show bei einem 90-minütigen Lash-Lifting-Termin bedeutet konkret: keine Einnahme, blockierter Slot, Material vorbereitet, du oder deine Mitarbeiterin vor Ort. Bei einem Stundenansatz von CHF 120 reden wir schnell von CHF 150–200 Ausfall — pro Vorfall.
Passiert das zwei- bis dreimal pro Woche, summiert sich das auf mehrere tausend Franken pro Jahr. Das lässt sich mit einer klaren, technisch umgesetzten Stornierungsregel deutlich reduzieren.
Was eine gute Stornierungsregel enthält
Eine Stornierungsregel ist nicht einfach ein Text, der irgendwo im Impressum versteckt steht. Sie muss an drei Orten sichtbar sein:
- Beim Buchungsvorgang — bevor die Kundin auf "Buchen" klickt
- In der Bestätigungs-E-Mail — schwarz auf weiss, als eigener Abschnitt
- In der Erinnerungs-Nachricht — 24–48 Stunden vor dem Termin
Inhaltlich sollte sie Folgendes regeln:
- Frist: Ab wann gilt eine Stornierung als "rechtzeitig"? Üblich im Schweizer Salons-Bereich: 24 oder 48 Stunden vorher.
- Folge bei verspäteter Stornierung oder No-Show: Wird eine Ausfallgebühr erhoben? Wie hoch (z.B. 50 % des Leistungspreises)?
- Zahlungsart: Wird die Gebühr per Rechnung, Kreditkarte oder TWINT eingezogen?
- Ausnahmen: Krankheit mit Arztzeugnis, Unfall — hier lohnt es sich, kulant zu sein und das auch so zu kommunizieren.
Ausfallgebühr: Ja oder nein?
Das ist die häufigste Frage, die Saloninhaber:innen beschäftigt. Die kurze Antwort: Ja, du darfst eine Ausfallgebühr verlangen — aber du musst die Kundin vor der Buchung klar darüber informiert haben.
In der Schweiz gilt das Obligationenrecht (OR). Eine Ausfallgebühr ist eine Art Konventionalstrafe und nur dann durchsetzbar, wenn sie:
- transparent kommuniziert wurde (beim Buchungsprozess sichtbar)
- verhältnismässig ist (50 % des Leistungspreises gilt als branchenüblich und angemessen)
- nicht automatisch von einer Kreditkarte abgebucht wird, ohne dass die Kundin dem zugestimmt hat
Einige Buchungstools wie Booksy oder Fresha erlauben es, beim Buchungsvorgang eine Kreditkarte zu hinterlegen, die nur im Stornofall belastet wird. Das ist technisch sauber und für die Kundin transparent.
Kreditkarte hinterlegen vs. Vorauszahlung: Was passt wozu?
| Methode | Geeignet für | Nachteil |
|---|---|---|
| Kreditkarte hinterlegen (wird nur bei No-Show belastet) | Langjährige Kundschaft, niedrigschwellige Hürde | Nicht alle Kundinnen haben Kreditkarte |
| Vorauszahlung (z.B. 30–50 % per TWINT) | Neue Kundinnen, teure Behandlungen | Kann abschreckend wirken |
| Keine Absicherung | Stammkundschaft mit Vertrauen | Kein Schutz vor Ausfällen |
TWINT ist in der Schweiz weit verbreitet und wird von Kundinnen als vertraut empfunden. Wenn dein Buchungssystem eine TWINT-Vorauszahlung unterstützt, ist das für neue Buchungen eine gute Option — besonders bei Behandlungen über CHF 100.
So formulierst du die Stornierungsregel konkret
Kein Juristendeutsch, keine langen Schachtelsätze. Hier ein Beispiel, das du direkt anpassen kannst:
"Bitte sage deinen Termin mindestens 24 Stunden vorher ab. Bei kurzfristiger Stornierung oder Nichterscheinen berechnen wir 50 % des gebuchten Leistungspreises. Ausnahmen bei Krankheit mit Arztzeugnis sind möglich — meld dich einfach bei uns. Danke für dein Verständnis."
Dieser Text passt in eine E-Mail, eine SMS und auf die Buchungsseite. Er ist freundlich, klar und rechtlich ausreichend abgestützt, wenn er vor der Buchung sichtbar war.
Technische Umsetzung im Buchungssystem
Die meisten gängigen Buchungstools bieten folgende Felder an:
- Stornierungsfrist (in Stunden oder Tagen einstellbar)
- Hinweistext beim Buchungsvorgang (eigenes Textfeld)
- Automatische Erinnerungs-E-Mail (dort den Stornierungshinweis einfügen)
- Zahlungsmethode für Ausfallgebühren (Kreditkarte, Vorauszahlung)
Wenn du diese Felder noch nicht ausgefüllt hast, ist das der erste Schritt. Es dauert etwa 20 Minuten — und schützt dich danach dauerhaft.
Falls du dir unsicher bist, ob deine aktuelle Website und dein Buchungssystem zusammenpassen oder ob du überhaupt das richtige Tool nutzt: Ein Blick auf Websites für Beauty & Wellness zeigt dir, welche Setups in der Praxis funktionieren.
Was tun, wenn eine Kundin die Gebühr nicht zahlt?
Das passiert. Bleib ruhig und geh in zwei Schritten vor:
- Freundliche Erinnerung per E-Mail oder TWINT-Nachricht: Verweise auf die Regel, die sie vor der Buchung akzeptiert hat.
- Betreibung: Bei Beträgen unter CHF 300 ist der Aufwand oft grösser als der Ertrag. Entscheide pragmatisch — aber halte die Kommunikation schriftlich.
Wichtiger ist: Markiere solche Kundinnen im System (falls möglich) und verlange beim nächsten Mal Vorauszahlung.
Fazit
Stornierungsregeln sind kein Misstrauensvotum gegenüber deiner Kundschaft — sie sind professionelle Rahmenbedingungen, die deinen Betrieb absichern. Wer sie klar, freundlich und an der richtigen Stelle kommuniziert, hat deutlich weniger Ausfälle und deutlich weniger Diskussionen.
Wenn du dein gesamtes Buchungssystem neu aufsetzen oder optimieren möchtest, sieh dir die Preise & Pakete von FruchtDigital an — oder meld dich direkt für ein kostenloses Erstgespräch. Wir helfen dir, die technische und die inhaltliche Seite sauber umzusetzen.
Und falls du wissen willst, was andere Schweizer Beauty-Studios in der Praxis umgesetzt haben: Auf FruchtDigital, unserer Startseite, findest du weitere Einblicke und Referenzprojekte.
Häufige Fragen
Wie hoch darf eine Ausfallgebühr für einen Beauty-Salon in der Schweiz sein?
Es gibt keine gesetzlich festgelegte Obergrenze, aber 50 % des Leistungspreises gilt als branchenüblich und verhältnismässig. Entscheidend ist, dass die Kundin vor der Buchung klar über die Regelung informiert wurde. Unverhältnismässig hohe Gebühren, etwa 100 % bei einem einfachen Termin, können vom Gericht als übersetzt beurteilt werden.
Welche Buchungstools unterstützen Kreditkartenhinterlegung für Schweizer Salons?
Booksy, Fresha und Treatwell bieten die Möglichkeit, beim Buchungsvorgang eine Kreditkarte zu hinterlegen, die nur im Stornofall belastet wird. Timify und SimplyBook.me haben ähnliche Funktionen. Prüfe vor der Wahl, ob das Tool TWINT als Zahlungsoption unterstützt, da dieses in der Schweiz besonders verbreitet ist.
Muss die Stornierungsregel im Impressum der Website aufgeführt sein?
Das Impressum ist nicht der richtige Ort für Stornierungsregeln. Rechtlich relevant ist, dass die Kundin die Regel vor der Buchung lesen und bestätigen konnte — etwa durch eine Checkbox oder einen gut sichtbaren Hinweis auf der Buchungsseite. In der Bestätigungs-E-Mail solltest du die Regel ebenfalls wiederholen, damit sie schriftlich dokumentiert ist.
Wie kommuniziere ich Stornierungsregeln, ohne Stammkundschaft zu verärgern?
Formuliere die Regel sachlich und füge eine Ausnahme für Krankheit oder Notfälle explizit ein. Das signalisiert Vertrauen und Menschlichkeit. Viele Saloninhaberinnen berichten, dass Stammkundinnen solche Regeln gut akzeptieren, wenn sie freundlich und transparent erklärt werden — und oft sogar dankbar sind für die klare Kommunikation.
Was passiert, wenn eine Kundin die Stornierungsgebühr anficht und auf Rückerstattung besteht?
Wenn du nachweisen kannst, dass die Kundin vor der Buchung über die Regel informiert wurde und ihr zugestimmt hat (z.B. durch einen Log im Buchungssystem oder eine Checkbox), ist deine rechtliche Position in der Schweiz gut. Bei Streitigkeiten unter CHF 1000 ist eine Einigung aussergerichtlich meist sinnvoller als der Rechtsweg. Halte alle Kommunikation schriftlich.
Bereit für deine eigene Website?
Wir bauen frische, schnelle und SEO-optimierte Websites für Schweizer KMU — ab CHF 2'099.
Termin buchen 🍇