Öffnungszeiten auf der Restaurant-Website: Was in der Schweiz gilt
Öffnungszeiten falsch oder unvollständig angegeben? So vermeidest du Abmahnrisiken und Kundenfrust auf deiner Restaurant-Website in der Schweiz.
Wer denkt, Öffnungszeiten auf der Website seien bloss eine nette Serviceleistung, irrt sich. Für Schweizer Gastrobetriebe können veraltete, widersprüchliche oder unvollständige Zeitangaben zu verärgerter Kundschaft, schlechten Google-Bewertungen und im schlimmsten Fall zu Abmahnungen führen. Dieser Artikel zeigt, worauf es bei der Darstellung der Öffnungszeiten wirklich ankommt — und welche Fehler du dir sparen kannst.
Warum Öffnungszeiten mehr sind als eine Randnotiz
Ein Gast plant seinen Abend, prüft deine Website, sieht "Dienstag–Sonntag 11–22 Uhr" — und steht dann am Dienstagabend vor verschlossener Tür, weil du seit Monaten am Dienstag geschlossen hast. Das kostet nicht nur einen Tisch, sondern Vertrauen.
Google zieht Öffnungszeiten aus mehreren Quellen: aus deinem Google Business Profil, aus strukturierten Daten (Schema.org) auf deiner Website und aus dem sichtbaren Text. Stimmen diese Quellen nicht überein, rankt Google unter Umständen die falsche Information — oder zeigt einen Warnhinweis wie "Angaben eventuell unvollständig".
Was Schweizer Recht tatsächlich fordert
Das Schweizer Recht schreibt für Websites keine expliziten Öffnungszeiten-Pflichtangaben vor. Trotzdem ergeben sich indirekte Pflichten:
- UWG (Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb): Irreführende Angaben — auch über Öffnungszeiten — können als unlautere Geschäftspraktik gewertet werden, wenn sie Konsumenten zu einer Entscheidung verleiten, die sie sonst nicht getroffen hätten.
- Preisbekanntgabeverordnung (PBV): Wenn auf der Website Preise kommuniziert werden (Menupreise, Tagesmenu), muss klar sein, zu welchen Zeiten diese gelten.
- Kantonales Gastgewerberecht: Einzelne Kantone (z. B. Zürich, Bern) schreiben vor, dass Betriebszeiten korrekt kommuniziert werden müssen — auch digital.
Kurz: Es gibt keine direkte Ordnungsbusse, wenn du keine Öffnungszeiten publizierst. Aber widersprüchliche oder nachweislich falsche Angaben können dich ins Visier des UWG bringen — oder schlicht Kunden vertreiben.
Die vier häufigsten Fehler bei Öffnungszeiten
1. Ferien- und Ruhetage fehlen
Viele Betriebe schreiben "Montag Ruhetag" in den Text, vergessen aber, die Jahresferien, Feiertage oder den Betriebsunterbruch im August einzupflegen. Kunden, die das nicht wissen, buchen — und landen im Leeren.
Lösung: Füge einen Hinweis ein wie: "Während der Schulferien im Kanton Bern sind wir vom 14.–27. Juli 2026 geschlossen." Und aktualisiere ihn konsequent.
2. Mittagsservice und Abendservice nicht getrennt
"Täglich 11–23 Uhr" klingt grosszügig, suggeriert aber eine durchgehende Küche. Wenn du zwischen 14 und 18 Uhr nur Getränke anbietest, musst du das kommunizieren.
Lösung: Zeige Zeitblöcke: | Zeit | Angebot | |------|---------| | 11:30–14:00 | Mittagsservice | | 14:00–17:30 | Nur Getränke | | 17:30–22:30 | Abendservice |
Das ist nicht nur korrekt — es ist auch hilfreiche Information, die Enttäuschungen vermeidet.
3. Widerspruch zwischen Website und Google Business Profil
Du aktualisierst deine Website, vergisst aber das Google Business Profil. Google zeigt dann in der Suche und auf Maps veraltete Zeiten — die du nicht mal selbst eingetragen hast.
Lösung: Behandle Website und Google Business Profil als ein System. Ändere eine Quelle? Ändere sofort die andere. Oder nutze Schema.org-Markup auf der Website, das Google direkt ausliest.
4. Kein Hinweis auf reservierungspflichtige Zeiten
Manche Restaurants sind freitagabends de facto geschlossen für Walk-ins, weil nur Reservierungen angenommen werden. Wer das nicht kommuniziert, zieht Laufkundschaft an — und schickt sie frustriert wieder weg.
Lösung: "Freitag- und Samstagabend nur mit Reservation. Tisch reservieren via Telefon oder Online-Buchung."
So strukturierst du Öffnungszeiten auf der Website technisch korrekt
Damit Google die Zeiten korrekt indexiert, empfiehlt sich strukturiertes Markup nach Schema.org. Das ist kein Hexenwerk, muss aber sauber umgesetzt sein.
Ein vereinfachtes Beispiel für eine Restaurant-Website:
``json { "@type": "Restaurant", "openingHoursSpecification": [ { "@type": "OpeningHoursSpecification", "dayOfWeek": ["Tuesday","Wednesday","Thursday"], "opens": "11:30", "closes": "22:00" }, { "@type": "OpeningHoursSpecification", "dayOfWeek": ["Friday","Saturday"], "opens": "11:30", "closes": "23:00" } ] } ``
Wer eine professionelle Website hat, sollte prüfen, ob dieses Markup vorhanden ist — am einfachsten mit dem Google Rich Results Test.
Spezialfälle, die oft vergessen werden
Terrasse: Hat dein Betrieb eine Aussenzone mit abweichenden Zeiten oder Wetterabhängigkeit? Das gehört auf die Website — und zwar klar getrennt vom Innenbereich.
Lieferdienst oder Take-away: Wer zusätzlich über Anbieter wie Eat.ch oder direkt per Telefon liefert, muss Lieferzeiten separat ausweisen — sie müssen nicht identisch mit den Restaurantzeiten sein.
Saisonale Betriebe: Bergrestaurants oder Beizli mit Sommerbetrieb haben eine klare Pflicht: Start- und Enddatum des Betriebs auf der Website publizieren — idealerweise schon vor der Saison.
Öffnungszeiten und Reservierungssystem zusammendenken
Wenn du ein Online-Reservierungssystem nutzt (z. B. foratable, TheFork oder eine eigene Lösung), müssen die dort eingetragenen Zeiten exakt mit deiner Website übereinstimmen. Ein System, das um 23 Uhr Tische anbietet, obwohl du um 22 Uhr schliesst, schafft Konflikte — und unter Umständen verbindliche Buchungen, die du nicht erfüllen kannst.
Bei FruchtDigital integrieren wir Reservierungssysteme direkt in den Website-Aufbau, damit Öffnungszeiten und Buchungslogik von Anfang an konsistent sind.
Wenn du dir nicht sicher bist, ob deine aktuelle Website diese Anforderungen erfüllt, lohnt sich ein kurzes Erstgespräch mit unserem Team — wir schauen uns das konkret an.
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Fazit: Auf einen Blick
Öffnungszeiten auf der Restaurant-Website sind kein Selbstläufer. Richtig gemacht, schützen sie vor Missverständnissen, stärken das Vertrauen und helfen Google, korrekte Informationen auszuspielen. Das Minimum:
- Ruhetage, Ferienzeiten und Betriebsunterbrüche immer aktuell halten
- Mittagsservice und Abendservice klar trennen, wenn die Küche zwischendurch geschlossen ist
- Website und Google Business Profil synchron halten
- Schema.org-Markup implementieren, damit strukturierte Daten korrekt ausgelesen werden
- Reservierungspflicht und Take-away-Zeiten separat kommunizieren
Wer einen vollständigen Überblick über Websites speziell für Gastrobetriebe sucht, findet auf unserer Seite Websites für Restaurants weitere Informationen zu Aufbau, Funktionen und Preisen & Paketen.
Häufige Fragen
Müssen Schweizer Restaurants Öffnungszeiten auf der Website angeben?
Eine gesetzliche Pflicht zur Publikation von Öffnungszeiten auf der Website gibt es in der Schweiz nicht explizit. Wer jedoch falsche oder irreführende Zeiten kommuniziert, kann unter das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb (UWG) fallen. Zudem verlangen einzelne Kantone im Gastgewerberecht eine korrekte Kommunikation der Betriebszeiten — auch digital.
Wie oft sollten Öffnungszeiten auf der Restaurant-Website aktualisiert werden?
Immer dann, wenn sich etwas ändert — also bei Ferienabwesenheiten, neuen Ruhetagen, saisonalen Anpassungen oder Spezialöffnungszeiten an Feiertagen. Als Faustregel empfiehlt sich eine feste monatliche Kontrolle sowie ein Pflichtcheck vor Feiertagen und Schulferien des jeweiligen Kantons.
Was passiert, wenn Google falsche Öffnungszeiten für mein Restaurant anzeigt?
Google kombiniert Daten aus dem Google Business Profil, der Website und Nutzervorschlägen. Widersprüchliche Angaben können dazu führen, dass Google eine veraltete Version bevorzugt oder einen Unsicherheitshinweis einblendet. Wichtig ist, beide Quellen — Website und Google Business Profil — immer synchron zu halten und Schema.org-Markup korrekt einzusetzen.
Wie kommuniziert man Öffnungszeiten bei einem Betrieb mit Saisonbetrieb korrekt?
Saisonale Betriebe sollten Start- und Enddatum des Betriebs prominent auf der Website angeben, idealerweise bereits vor Saisonbeginn. Ein dauerhafter Hinweis wie "Geöffnet von Mitte Mai bis Ende Oktober" reicht nicht aus — konkrete Jahresdaten schützen vor Missverständnissen und helfen auch Suchmaschinen, korrekte Informationen auszuspielen.
Welche strukturierten Daten helfen Google bei der Anzeige von Restaurant-Öffnungszeiten?
Das Schema.org-Format mit dem Typ "Restaurant" und dem Feld "openingHoursSpecification" erlaubt es, Öffnungszeiten maschinenlesbar auf der Website zu hinterlegen. Google kann diese Daten direkt in den Suchergebnissen anzeigen. Die Korrektheit lässt sich mit dem kostenlosen Google Rich Results Test überprüfen.
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